Logo Andrea Ottapri

Begleitung

Mein erster Beruf als Flötistin, mit Spezialgebiet alte Musik, hat mich gelernt, ein « polyphones Ohr » zu entwickeln, das bedeutet, auf verschiedene Stimmen gleichzeitig zu hören. Dieses feine Gehör habe ich dann während vielen Jahren meinen Patientinnen und Patienten gewidmet, um die Nuancen ihrer Lebensberichte im Rahmen einer Psychotherapie genau verstehen zu können.

Die Musik hat es mir auch erlaubt, meinen Körper gut wahrzunehmen, denn sie richtet sich vor allem an unsere Sinne. Während meines eigenen Therapieprozesses habe ich die Arbeit mit inneren Bildern entdeckt. So konnte ich die Fähigkeit entwickeln, nicht nur zu hören, sondern auch zu  « sehen » , was « zwischen den Zeilen » und nicht verbal ausgedrückt wird. Um der Körperempfindung nahe zu sein, benutze ich manchmal auch Klangstäbe oder ätherische Düfte.

Später habe ich in der Psychoanalyse, die ich im wörtlichen Sinne als « Befreiung des Atems oder der Seele » verstehe, eine Verbindung des ausgedrückten Wortes mit einem  darunter liegenden unbewussten Sinn gefunden. Die Psychoanalyse ist eine Form von Meditation, ein hören auf das, was hinter den Worten liegt und aufgedeckt werden möchte. Die Bilder, die dann auftauchen, wollen nicht wortwörtlich verstanden sein, sondern öffnen auf etwas Symbolisches. Der Zugang zu diesen Bildern kann durch Träume oder Träumereien entstehen, in der Projektion eines inneren Zustandes nach aussen, als Spiegel der Seele.  Wir finden sie aber auch in den Parabeln, die ein wahrer Schatz an symbolischem Material bieten.

Meine Begleitung stützt sich auf die integrative Psychotherapie nach Charles Baudouin (französischer Humanist und Pschoanalytiker 1893-1963), die das Gedankengut von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung vereint. Sie nannte sich in ihren Anfängen „Psychagogik“, wörtlich Begleitung der Seele.